Der letzte Weg
Über das Problem des Einschläferns

Es ist ein Thema welches viele Tierbesitzer immer wieder zu verdrängen versuchen. Jeder wünscht sich im Stillen, dass sein Tier einfach ruhig daheim in der gewohnten Umgebung einschläft und ihm damit den letzten, schweren Gang zum Tierarzt erspart. Aber leider sind es nur Ausnahmefälle in denen diese Situation eintritt.

Neue Erkenntnisse in der Tiermedizin und gezielter Einsatz von Medikamenten erleichtern heutzutage so manchem Tier das Leben im Alter und schenken dadurch dem Besitzer und dem Vierbeiner noch eine schöne gemeinsame Zeit. Aber wer ein Tier bei sich aufnimmt, übernimmt damit die Verantwortung für sein ganzes Leben, das heißt bis zum Tod.
 
 
Mit der Entscheidung ein Tier durch den Tierarzt einschläfern zu lassen geht sicher kein Tierbesitzer leichtfertig um. Es gibt mehrere Gründe seinem Tier das Leiden zu verkürzen.

Hierzu zählen unter anderem:
  • unbeherrschbare Schmerzen
  • unheilbare Krankheiten welche durch Medikamentengabe ein endloses Verlängern des Leidens darstellen
  • drohender Tod durch Ersticken
  • fehlende Lebensqualität (freiwilliges Fressen, selbständiges Säubern, Bewegungsunfähigkeit, unkontrollierter Harn- und Kotabsatz.

Wenn es sich um eine unheilbare Krankheit handelt wird der Tierarzt den Tierbesitzer bereits bei der Diagnosestellung dieser Krankheit darauf vorbereiten, dass eine Heilung nicht möglich ist und ev. Verhalten oder Symptome erklären an denen der Tierhalter erkennen kann, wann weitere lebensverlängernde Maßnahmen für das Tier nur noch eine Qual darstellen würden.

Da es schon schwer genug ist, sich zu diesem letzten Schritt durchzuringen, werden der Tierarzt und sein Team selbstverständlich versuchen den Ablauf der Euthanasie sowohl für das betroffene Tier als auch für den Besitzer so ruhig wie möglich zu gestalten. Es liegt im Interesse der Tierklinik langes Warten im Warteraum ebenso zu vermeiden wie Hektik oder Unruhe. Es ist daher ratsam sich vor dem Eintreffen in der Ordination telefonisch anzukündigen – jeder Tierbesitzer im Warteraum wird Verständnis dafür haben, wenn man den Besitzer eines todkranken Tieres vornimmt.

Beim Einschläfern bekommt der Hund eine Injektion in die Vene und schläft innerhalb von drei Sekunden unwiderruflich ein. Das dabei verwendete Medikament besteht aus einem sehr starken Narkosemittel, einem Mittel zur Entspannung und Vermeidung von Krämpfen und einem starkwirksamen Schmerzmittel. Somit ist gewährleistet, dass das Tier

  • rasch bewusstlos wird
  • schmerzfrei bleibt
  • sich nicht verkrampft
  • sicher in diesem Zustand in kürzester Zeit stirb

Nach dem Einschläfern gibt es die Möglichkeit den Tierkörper in der Klinik zu lassen wo er bis zur Abholung durch die Tierkörperbeseitigung in einer Kühlbox aufbewahrt wird. Entgegen vielen Gerüchten werden die Tierkörper bei der Tierkörperbeseitigung weder zu Hundefutter noch zu Seife verarbeitet sondern lediglich verbrannt. Auch eine Verwendung zu Studienzwecken ist ausgeschlossen. Allerdings verlangt die Tierkörperbeseitigung seit heuer auch einen Unkostenbetrag für die Beseitigung von Tierkörpern.

Weiters gibt es die Möglichkeit der Kremierung. Dabei bleibt der Tierkörper entweder bis zur Abholung durch das Tierkrematorium in der Klinik oder wird auf Wunsch des Besitzers selber dorthin gebracht.

In Niederösterreich ist es Besitzern eines Gartens erlaubt, Ihr Tier bis zu einem max. Gewicht von 40 kg am eigenen Grund zu begraben. Hierfür muss das Erdreich mind.. 60 cm tief ausgehoben werden.

Seien Sie versichert, wann immer dieses Thema für Sie aktuell werden sollte, wir Tierärzte der Tierklinik Quehenberger werden sie sorgfältig über den richtigen Zeitpunkt aufklären. Es wird nichts überhastet entschieden und nichts gegen Ihren Willen unternommen. Alle diesbezüglichen Fragen werden ausreichend beantwortet.

Vorläufig aber freuen Sie sich täglich mit Ihrem geliebten Haustier und Weggefährten.

Dr. B. Quehenberger/Conny Schulz