| |
  |
| |
| |
| Aufzucht und Pflege von mutterlosen Eichhörnchen |
Ein Erfahrungsbericht von Fam. Zensch aus Vösendorf
|
Wie alles begann:
Bekommen haben wir die Hörnchen von vielen Bekannten über Mundpropaganda. Mittlerweile wissen viele Leute, dass wir Eichhörnchen aufpäppeln, wir haben auch schon viele durchgebracht und ausgewildert.
Im Vorjahr waren es 4 Eichhörnchen die wir erfolgreich in unserem Garten ausgewildert haben. Seither kommen einige von ihnen immer noch jeden Tag um sich ihre Portion Sonnenblumenkerne, Hasel- oder Walnüsse abzuholen. Ab und zu auch ein Stückchen Karotte oder Apfel.
Wir haben die Hörnchen auf unser Fensterbrett "abgerichtet". Vom Nussbaum führt eine lange Latte bis zum Fensterbrett, da kann man sie durch das Vibrieren der Latte gut hören wenn sie zur "Jause" vorbeikommen.
Heuer sind bis jetzt 6 Eichhörnchen in unserer Pflege. 3 Weibchen und ebenso viele Männchen. Das Männchen "Bauchi" war sehr schwer verletzt als es zu uns kam. "Bauchi" hatte Wunden am Bauch und am Kopf.
"Scheißi" das zweite Männchen hatte sehr starken Durchfall und hat anfangs nicht ausreichend zugenommen. "Zwergi" ist das jüngste der drei Männchen und erst ca. 4 Wochen alt.
"Tuci" das älteste Mädel ist bereits sehr flink unterwegs und will kein Fläschchen mehr und auch die beiden Zwillingsmädchen "Erika & Traude" sind schon brave Nüsschenesser. |
 |
 |
| |
|
| |
|
 |
Wenn die Hörnchen die Augen schon geöffnet haben (sie sind dann ca. 4-5 wochen alt und sollten ein Gewicht von 80 - 100 g haben) füttert man die gleiche Mischung wie oben, ersetzt jedoch 1 x täglich die Hälfte der Menge durch Hipp Babynahrung (z.B. Banane oder Apfel).
Der Fütterungsrhytmus sollte wie folgt aussehen:
1. Woche nach dem Öffnen der Augen alle 2 Stunden
2. Woche alle 3 Stunden
3. Woche alle 4 Stunden
4. Woche und fortlaufende Wochen alle 5-6 Stunden so lange die Hörnchen das Futter noch annehmen.
Haltung ab der 6./7. Lebenswoche:
Da der Bewegungsdrang stark zunimmt sollte man den Eichhörnchen etwas mehr Auslauf gönnen. Bei Platzmangel (in der Wohnung) tut es zur Not auch ein großer Nagerkäfig. Das Gitter sollte jedoch nicht zu großmaschig sein, da die Kleinen leicht wo durchschlüpfen können:
Wer gerne etwas bastelt und ausreichend Platz hat kann auch ein Innengehege bauen. Als Einlage haben wir eine alte Bettdecke und ein dickes zusammengeknülltes Tuch genommen, in dem sich die Kleinen zum Schlafen verkriechen können. Das Innengehege sollte nicht zu zugig aber auch nicht in der prallen Sonne stehen, der Raum muss aber auch nicht mehr geheizt werden.
Wichtig sind Kletteräste auf denen die Hörnchen Herumtollen und das Klettern üben können. Spielzeug wie Bockerl, Zapfen, Eicheln (in der Schale), Rindenstücke und frische Holunderäste sollte auch ausreichend vorhanden sein. Ideal ist einfach alles, was die Eichhörnchen auch in der Natur finden würden.
Als Tränke eignet sich eine Kleintiertränke mit Kugelverschluss die mit Fencheltee gefüllt werden kann.
Jetzt beginnen die Eichhörnchen auch schon die ersten Kerne und Nüsse zu probieren, ab und zu auch einmal ein Stück Obst oder Gemüse.
Das Auswildern:
Ab der 12. Lebenswoche kann man mit dem Auswildern der Eichhörnchen beginnen. Wer seine "Pfleglinge" auch in Zukunft öfter sehen möchte stellt immer eine Futterschüssel in den Garten oder aufs Fensterbrett (geschützt, sodass keine anderen Haustiere das Futter erreichen können).
|
| |
|
| |
|
| |
Resümee:
Eichhörnchenaufzucht ist keine leichte Arbeit. Der Schönheitsschlaf wird drastisch gekürzt und immer wieder gibt es auch "Problemhörnchen" die unbedingt sofort zum Tierarzt gebracht werden müssen.
Das Knuddeln und Spielen mit den kleinen Hörnchen kann durchaus süchtig machen. Es ist ein schönes Gefühl wenn man sieht, wie die "Schützlinge" nach dem Auswildern in den Bäumen umhertollen und spielen.
Wer sich der Arbeit nicht gewachsen fühlt kann verwaiste, gefundene Eichhörnchenbabies gerne bei uns abgeben.
Wir wohnen im Raum Mödling und sind unter der
Telefon-Nummer: 0650/7955344 erreichbar.
WICHTIG: Die Eichhörnchen SOFORT nach dem Auffinden warm halten und bei einem Tierarzt, Tierschutzheim oder bei uns abgeben. Je früher die Kleinen in kundige Hände kommen, desto größer ist ihre Überlebenschance.
An dieser Stelle herzlichen Dank an das Ärzte-Team der Tierklinik Quehenberger in Perchtoldsdorf für die tolle Behandlung und Beratung!
Ein interessanter Link zur Eichhörnchenaufzucht und zum Bau von Gehegen:
http://www.eichhoernchen-schutz.de |
| |
 |
| |
 |
|