| |
 |
| |
| Epilepsie |
 |
 |
 |
Epilepsie ist für den Tierbesitzer
fast immer ein schockierendes Ereignis. Außerdem treten
gleichzeitig viele Fragen auf.
Wie entsteht so etwas? Kann man da was machen? Hat mein Tier
schmerzen? Kann mein Tier aggressiv werden? Was bedeutet dies
für die Lebenserwartung meines Tieres? Folgende
Zeilen sollen hier etwas Klarheit verschaffen.
Entstehung
Ein epileptischer Anfall entsteht durch ein kurzdauerndes, starkes
elektrisches Signal, welches imstande ist sich über das
ganze Gehirn auszubreiten, weil es ungenügend durch hemmende
Prozesse abgeschwächt wird. Charakteristische Verhaltensänderungen
sind die Folge.
Die Störung in der Gehirnaktivität kann verschiedene
Ursachen haben, Es kann eine Störung im Gehirn sein, jedoch
kann die Ursache auch außerhalb liegen, wie z.B. bei einer
Stoffwechselerkrankung. |
 |
 |
 |
Epilepsieformen
Beim Menschen unterscheidet man viele Epilepsieformen. Dies
resultiert daraus, dass der Mensch seine Erfahrungen mitteilen
kann. Bei Haustieren ist dies nicht möglich. Daher unterscheiden
wir bei unseren Tieren 3 verschiedene Formen. 1.
Generalisierter Anfall. (Grand mal)
Diese Erscheinungsform kommt am meisten vor. Hier liegt der
Störherd im Hirnstammbereich und breitet sich über
das ganze Gehirn aus. Bei so einem Anfall wird das Tier umfallen.
Bewusstseinsstörungen treten auf, gefolgt durch Krämpfe
über den ganzen Körper. 2.
Partieller Anfall.
Hier zeigt das Tier nur Abweichungen im Verhalten. Der Störherd
liegt im äußeren Gehirnbereich. Es tritt keine Bewusstlosigkeit
auf. Das Tier rennt hinter seinem Schweif nach oder schnappt
nach Fliegen, obwohl keine da sind. 3.Atypische
Epilepsie. |
 |
 |
 |
Wie
sieht ein Anfall aus?
Die Erscheinungsform eines Anfalles kann sich sehr unterschiedlich
äussern.
Der generalisierte Anfall verläuft meistens in drei
Phasen ab. 1.Die Aura oder auch
die Einleitungsphase.
Während dieser Periode zeigt das Tier ein verändertes
Benehmen. |
 |
Es ist unruhig, hat einen komischen Blick,, die Augen rollen,
Klappen mit dem Kiefer, es will dauernd rein oder raus. Diese
Phase kann einige Minuten bis einige Tage dauern.
2. Der eigentliche Anfall. Iktus
Das Tier fällt um und verliert das Bewusstsein. In weiterer
Folge tritt eine Art von Steifheit auf durch länger andauernde
Krämpfe der Gliedmassen und des restlichen Körpers.
Der Kopf wird krampfartig nach rückwärts gedreht.
Manchmal kann auch ein kurzfristiger Atemstillstand auftreten.
Die Dauer beschränkt sich meistens auf ein paar Minuten,
die aber sehr lange erscheinen können.
Während des Anfalles kann das Tier Urin und Kot verlieren.
Vermehrter Speichelfluss und unkontrollierte Lautäusserungen
können ebenfalls vorkommen.
Diese Erscheinungen haben nichts mit der Stärke des Anfalles
zu tun. Ein Zungenbiß, wie beim Menschen, ist bei Hund
und Katze nicht zu befürchten. 3.
Postiktale Phase.
Diese Periode kann Sekunden bis einige Tage andauern. Des öfteren
entsteht eine Periode mit reduziertem Bewusstsein oder Müdigkeit.
Aber auch extreme Unruhe kann vorkommen. Der Patient kann dann
herumirren, desorientiert sein, oder auch erblindet wirken.
Für den Tierbesitzer wirkt der eigentliche Anfall als bedrohlich.
Die postiktale Phase
bereitet aber mehr Probleme. Vor allem wenn das Tier schnappende
Bewegungen macht („agressive Epilepsie“), oder wenn
das Tier ein infantiles Benehmen hat.
Währen der postiktalen Phase sollte man sich dem Tier nur
vorsichtig nähern. Der Patient weiß nicht wer sein
Besitzer ist und erscheint blind. Eine plötzliche Annäherung
könnte zu einer Schreckreaktion führen.
Epileptische Anfälle treten in der vertrauten Umgebung
auf, meistens nie im Freien.
Sie treten vor allem dann auf, wenn das Tier vollkommen ruhig
ist; z.B. in der Nacht oder frühen Morgen.
Vorangegangene „Stress-Situationen“ wie extreme
Freude, ein Besuch beim Tierarzt, oder angsteinjagende Ereignisse
können Auslöser sein. Bei Hündinnen ist bekannt
das eine erhöhte Wahrscheinlichkeit eines Anfalles vor
oder während der Läufigkeit gegeben ist. (Therapie:
Erwägung der Kastration). Behandlung
Eine medikamentelle Dauerbehandlung ist nur dann sinnvoll wenn
Anfälle gehäufter auftreten. Es kann immerhin auch
ein Einzelfall sein. Bei leichteren Fällen reicht meistens
eine Injektion in gewissen Abständen aus.
Eine Behandlung strebt immer die Anfallsfreiheit an. Meistens
kann jedoch nur die Zeit zwischen den Anfällen erweitert,
bzw. die Stärke dass Anfalles gemindert werden.
Was sollte man bei der Behandlung beachten?
• Plötzliche Änderungen im Behandlungskonzept,
wie die Unterbrechung, Dosierungsänderungen etc. sollten
vermieden werden. Diese Änderungen können Anfälle
begünstigen.
• Es kann eine gewisse Zeit dauern bis das Tier gut eingestellt
ist.
• Änderungen im täglichen Ablauf fördern
die Anfallshäufigkeit.
• Beim Tierarzt ist immer zu erwähnen, dass das Tier
Antiepileptika nimmt, da es
evt. zu unerwünschten Kreuzreaktionen kommen kann.
Was machen bei einem Anfall?
Kurz gesagt : So wenig wie möglich!
Bleiben Sie ruhig und geraten Sie nicht in Panik. Sie sollten
dafür Sorge tragen, dass das Tier sich nicht verletzen
kann. (Stühle etc. wegräumen) Nie
in den Mund greifen! Unwillkürliche Kieferkrämpfe
des Patienten können schwerste Verletzungen hervorrufen.
Zum Verkürzen der Anfallsdauer gibt es Medikamente, die
im After zu verabreichen sind, und daher bei der Verabreichung
kein Verletzungsrisiko verursachen.
Dr. W. Schramel
|
|
| |
 |
| |
 |
| |
 |
 |

|
|