Leishmaniose

 

Die Leishmaniose zählt zu den bedeutendsten Reisekrank-heiten beim Hund. Die Erkrankung ist abhängig vom Vorhandensein des Überträgers, das ist die Schmetterlingsmücke bzw. Sandmücke. Da diese vornehmlich in den Anrainer-staaten des Mittelmeeres vorkommt, ist die Leishmaniose auch dort endemisch. Durch den zunehmenden Reiseverkehr und besonders durch so genannten Urlaubsmitbriingsel in Form von mitgebrachten Streunerhunden ist eine Verschleppung nach Mittel- und Nordeuropa jederzeit möglich. Allerdings kommt es in unseren Breiten zu keiner weiteren Ausbreitung auf andere Hunde.

ACHTUNG: Die Leishmaniose ist eine Zoonose, das heißt sie ist auch auf Menschen übertragbar!

Zum Erreger
Leishmanien sind Einzeller, so genannte Protozonen mit dem Fachnamen "Leishmania infantum". Sie werden beim Blutsaugeakt auf den Hund übertragen. Dort dringen sie in weiße Blutzellen (Makrophagen) ein und vermehren sich dort über mehrere Phasen. Ebenso werden sie wieder von Schmetterlingsmücken beim Saugakt aufge-nommen um wieder weitere Hunde zu infizieren.

Sandmücke

Die Symptome beim Hund
Das Erscheinugnsbild ist sehr unterschiedlich und unspezifisch. Es ist stark abhängig von der generellen und lokalen Immunreaktion des Hundes. Demgemäß schwant die Inkubationszeit von einigen Wochen bis mehreren Jahren. Bei schlechter Immunlage kommt es zur generalisierten Form. Dabei kommt es zur Abmagerung, Drüsen-schwellung, Mattigkeit und zu schlecht heilenden Hautgeschwüren. Bei mittelmäßiger Immunlage ist hauptsächlich die Haut betroffen. Besonders an den Ohren kommt es zu Krustenbildung und stark schuppenden Ekzemen. Auch Hautgeschwüre und vereinzelt Lymphdrüsenschwellung ist möglich. Bei guter Immunlage kann der Hund über Jahr völlig symptomfrei bleiben. Trotzdem dient er als Erregerreservoir für eventuelle weitere Übertragung.

Diagnose
Die besten Ergebnisse erhält man bei der Untersuchung von Abklatschpräparaten aus Geschwüren. Ebenso sehr gut eignen sich Punktate oder Biopsien aus veränderten Lymphknoten, Knochenmark oder Milz. Über Blutproben alleine sind nicht immer verlässliche Ergebnisse zu erzielen. Das ist sehr abhängig von der Symptomatik. Je weniger Krankheitssymptome vorhanden sind, desto weniger verlässlich ist eine Blutuntersuchung.

Therapie
Mit den heute zur Verfügung stehenden Medikamenten ist wohl eine Behandlung bis zur Beschwerdefreiheit möglich, nicht jedoch eine vollständige Heilung. Mittel der Wahl ist heute Glucantime. Zur Dauerbehandlung eigenen sich Allopurinol und Ketokonazol. Eine regelmäßige klinische und hämatologische Kontrolle des Patienten ist auf Dauer notwendig.