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Wissenswertes über die Ernährung von unseren
Seniorhunden |
Der Stoffwechsel des alternden Organismus ist neben eventuellen krankheitsbedingten, auch physiologischen Alterserscheinungen unterworfen, die zu Änderungen im Energie- und Nährstoffbedarf führen können. |
| So nimmt beim Hund ähnlich wie beim alternden Menschen, die Muskelmasse ab, dafür steigt aber der Fettgehalt des Körpers. Auch die Aktivität geht zurück. Die Folge ist daher ein reduzierter Energiebedarf. |
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Stoffwechselorgane wie Leber und Niere können im Alter in ihrer Funktion reduziert sein. Auch eine eingeschränkte Leistung des Herzens und damit eine verringerte Durchblutung der Organe ist möglich. Besonders im Zusammenhang mit der häufig auftretenden Verfettung kann es zur Entwicklung einer Diabetes-Vorstufe kommen.
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| Energie |
Wie erwähnt, sinkt der Energiebedarf im Alter. Der Beginn des Alterns ist rassebedingt. So sinkt er beim Retriever ca. mit dem 7. Lebensjahr. Beim Beagle bleibt der Energiebedarf dagegen länger auf dem Niveau des mittleren Alters.
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Der Rat an Besitzer älterer Tiere lautet daher, eine regelmäßige Gewichtskontrolle vorzunehmen, denn auch bei Adipositas ist vorbeugen besser als heilen.
Umgekehrt muss bei sehr alten Patienten einem Verlust an Körpermasse rechtzeitig entgegengewirkt werden, z.B. indem ein wenig energiedichtes Seniorprodukt durch ein schmackhaftes, energiereiches ersetzt wird.
Bei langfristig verringerter Energiezufuhr ist zu beachten, dass die Relation von Nährstoff/Energie entsprechend weiter wird. Wenn nur mehr 75% der Futtermenge zugeführt werden, so müssen diese 75% die gesamte erforderlich Menge an Makro- und Mikronährstoffen (wie Vitamine) enthalten. Daher Achtung: es kann im Alter zu einer Unterversorgung kommen! |
Eiweiß
Der Eiweißbedarf älterer Hunde ist recht umstritten. Es wird sowohl Reduktion als auch Erhöhung der Zufuhr empfohlen. Sinnvoll ist aus heutiger Sicht weder das eine noch das andere.
Es sei denn, es liegen Krankheiten vor welche eine modifizierte Eiweißzufuhr erfordern.
Für den älteren Hund heißt die Devise daher: Bedarfsgerecht!
Eine Steigerung der Eiweißzufuhr kann einen Abbau der Muskelmasse nicht aufhalten.
Eine Verringerung hat sich auch nicht als absolut nierenschonend erwiesen. Lediglich eine Phosphorreduktion tut dies.
Nur bei manifesten Nierenerkrankungen soll man den Eiweißgehalt senken, um die dadurch entstehende Urämie besser kontrollieren zu können. Auf jedem Fall soll die Proteinqualität sehr hoch sein!
Wasser
Bei alternden Menschen ist bekannt, dass das Durstgefühl und damit die Wasseraufnahme zurückgeht. Dies scheint auch bei alten Hunden der Fall zu sein. Man sollte in so einem Fall den Wassergehalt des Futters erhöhen. Gerade beim geriatrischen Patient ist vermehrte Salzzufuhr zur Erzeugung eines Durstgefühles nicht zu empfehlen.
Vitamine
Bei älteren Menschen wurde gelegentlich ein unzureichender Vitaminstatus beobachtet. Die Gründe liegen wohl eher in den Lebensumständen (häufig aufgewärmtes Essen, erschwertes Einkaufen von frischem Obst und Gemüse) und in einer generell verringerten Verwertung. Diese Problematik wird beim älteren Hund nur in Ausnahmefällen zutreffen.
Die Vitaminzufuhr sollte daher beim älteren Hund nicht marginal sein und möglichst nicht stoßweise, sondern regelmäßig erfolgen. Bei Verwendung von Fertigfuttern ist die Vitaminzufuhr in der Regel ausreichend.
Wie auch immer; aufpassen sollte man auf jedem Fall mit einer über den Bedarf hinausgehende Versorgung mit Vitamin A und D. Da die Empfindlichkeit gegenüber diesen Vitaminen bei Leber- und Nierenschäden zunehmen kann.
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Ernährung bei speziellen Problemen und Krankheiten älterer Hunde |
Adipositas
Es gibt 2 praktische Möglichkeiten um die Aufnahme von Energie zu verringern:
1.
Es wird dasselbe Futter weitergegeben, allerdings in geringerer Menge.
2.
Es wird Futter mit geringerem Energiegehalt, eine sogenannte Reduktionsdiät verwendet.
Diabetes
Eine Gewichtsabnahme wäre zuerst mal empfehlenswert. Eine kohlenhydratfreie Diät ist nicht zu empfehlen, da dadurch auch bei gesunden Tieren Insulinresistenz (und damit Zuckerkrankheit) ausgelöst werden kann. Nicht mehr als ein Drittel der Energie sollte aus Kohlenhydraten stammen.
Appetitlosigkeit
Zuerst sollte abgeklärt werden ob nicht eine Zahnerkrankung, oder ein verringertes Geruchsempfinden vorliegt. (Vitamin B)
Obstipation
Wenn keine Darmerkankung, Divertikel oder Hernie vorliegen, kann man mit einer Erhöhung der Ballaststoffe einen Erfolg erzielen.
Futterzellulose eignet sich gut, auch Kleie kann verwendet werden. Der Vorteil der Zellulose ist, daß sie praktisch geschmacklos ist. Ein Zusatz von bis zu 10% ist durchaus möglich.
Rohe Kartoffelstärke ist für den Hund gleichzeitig Ballaststoff und Nährstoff für Darmbakterien. Die Akzeptanz ist relativ hoch. Dosierungen bis zu 8 g/kg KM werden gefressen und langfristig vertragen.
Johannisbrotkernmehl, Pektin können ebenfalls hilfreich sein. Begonnen werden sollte zunächst mit einer Dosierung von 1 g /kg KM/d. Sofern dies keine Wirkung zeigt kann erhöht werden.
Chronische Nierenerkrankung
Die Prinzipien der "Nierendiät" laufen im wesentlichen auf eine gezielte mehr oder weniger drastische Unterversorgung mit Nährstoffen hinaus, welche entweder in unveränderter Form oder als Abfallprodukt von der Niere nur noch unvollständig ausgeschieden werden können. Dazu gehören Phosphor, Eiweiß, sowie fallweise Elektrolyte. Dabei geht es in erster Linie um die Abmilderung der Urämie. In zweiter Linie um eine Verlangsamung der Progression der Erkrankung.
Gerade beim älteren Tier ist es eminent wichtig, dass die verringerte Zufuhr an Nährstoffen in einem sinnvollen Verhältnis zur Schwere der Erkrankung steht.
Herzinsuffizienz
Die sogenannte „Herzdiät“ soll in erster Linie dabei helfen, die als Folge der Herzinsuffizienz auftretenden Störungen im Elektrolyt- und Wasserhaushalt und die meist mit der Erkrankung einhergehende Kachexie abzumildern.
Außerdem sollte eine mechanische Belastung des Herzens durch eine starke Magenfüllung verhindert werden. (Mehrere Portionen über den Tag verteilen).
Die Diät soll energiedicht und eiweißreich sein.
Das wichtigste Diätprinzip ist die Reduktion des Natriumgehaltes bei gleichzeitig reichlicher Kaliumzufuhr. (Keine Küchenabfälle!)
Hausgemachte Zusammenstellungen sind in der Regel eher kaliumarm. Insbesondere fettes Fleisch, Reis und Getreideprodukte enthalten wenig Kalium. Hohe Gehalte haben Kartoffeln aber auch mageres Fleisch.
Chronische Lebererkrankungen
Einerseits muss bei chronischen Leberkrankheiten die Aufnahme an Substanzen, die von der Leber metabolisiert und eventuell „entgiftet“
werden müssen, niedrig bleiben, andererseits aber muss – gerade beim älteren Tier – verhindert werden, dass zuviel Körpermasse verloren geht.
Viele Abfallprodukte des Eiweißstoffwechsels sind Leber belastend.
Es gilt hier, vor allem nach eingehender Blutuntersuchung, „ soviel wie nötig, so wenig wie möglich“.
Es soll daher eine reduzierte Zufuhr mit hoher Qualität erfolgen.
Gute Quellen sind Sojaproteinhydrolisat, Kasein (Hüttenkäse oder Topfen) und Kartoffeleiweiß.
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Alter ist keine Krankheit.
Vielmehr gleicht die Jugend einem krankhaften Zustand, bei dem von Tag zu Tag eine spontane Besserung eintritt. |
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Dr. Wolfgang Schramel
März 2006
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