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| Die ältere Katze
und ihre Niere |
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Es ist erstaunlich wie
schwierig es ist das Alter einer Katze zu schätzen. Äußere
Anzeichen sind meistens lange gar nicht zu beobachten. Wenn
man aber den Alterungsprozess bemerkt, ist er meistens schon
in einem fortgeschrittenen Stadium.
An dieser Stelle soll eine von vielen Ursachen des schnellen
Alterns besprochen werden:
Das Nachlassen der Nierenfunktion.
Da Sie als Katzenbesitzer viel tun können um dieses Nachlassen
zu verzögern, soll hier etwas ausführlicher beschrieben
werden, worauf Sie aufpassen sollten, um rechtzeitig einschreiten
zu können. |
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Was Passiert?
Katzen bekommen meistens sehr eiweißreiches Futter,
entweder reines Fleisch, Dosenfutter oder Trockenfutter.. Sie
können Eiweiß im Futter mit Benzin für das Auto
vergleichen.
Bei der Verdauung von Eiweiß entstehen Abfallprodukte
(Abgase beim Auto), welche im Blut transportiert werden. Die
Aufgabe der Nieren ist es diese Abfallprodukte aus dem Blut
zu filtern und mit dem Urin auszuscheiden.
Bei der älteren Katze versagt allmählich die Nierenfunktion.
Dies ist meist eine Sache der Natur.
Die Folge ist aber, dass nicht alle Abfallprodukte aus dem Blut
entfernt werden können. Die Anhäufung von diesen "Abfällen"
wirkt auf Dauer wie ein Art Gift es kommt zur genannten
Urämie. |
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Die
Folgen einer Urämie
Die Katze spürt das sie zu viele Abfallprodukte im Blut
hat und probiert diese dennoch zu entfernen, indem sie anfängt
mehr zu trinken.
Auf diese Art und Weise versucht der Körper sich sozusagen
rein zu spülen. Die Nieren sollen mehr arbeiten. |
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| Anfänglich gelingt
dies und Sie als Tierbesitzer sehen nur das die Katze öfters
trinken geht. Während der nächsten Wochen und Monate trinkt
sie aber immer mehr und mehr, bis die Nieren es nicht mehr schaffen.
Wenn es soweit ist werden auch andere Körperfunktionen stark
beeinträchtigt. |
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Das
Gehirn
Das Blut mit der übermäßigen Menge an Giftstoffen
gelangt natürlich auch ins Gehirn. Durch die Auswirkung aufs
Gehirn sehen wir das die Katze müde und träge wird. Sie
hat keine Schmerzen, sie fühlt sich nur sehr eingeschränkt.
In fortgeschrittenen Fällen kann es zu weiteren Problemen, wie
Gleichgewichtsstörungen, Krämpfe, Lähmungserscheinungen
sowie Augenveränderungen kommen. |
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Nr. 10 = Niere
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Magen-Darmtrakt
Auch die Verdauung der Nahrung funktioniert nicht mehr gut.
Das Futter wird teilweise unverdaut mit dem Kot wieder ausgeschieden.
Die Folge ist, dass die Katze abmagert.
Auch das getrunkene Wasser wird nicht mehr vom Organismus aufgenommen
und verwertet.
Trotz des vielen Trinkens sehen wir das die Katze austrocknet.
Durch die Urämie vermindern sich auch die Darmbewegungen.
Der Nahrungsbrei wird viel zu langsam weitertransportiert, wodurch
er stark eintrocknet. Eine Verstopfung
ist hier die logische Folge und bildet eine Ursache für
den Brechreiz. |
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In diesem
Falle kommt es zum "leeren Erbrechen".
Es kommt dann kein Mageninhalt hoch, sondern nur ein bisschen gelbe
oder weiße Flüssigkeit mit Schaum.
Das Fell
Durch das schlechte Allgemeinbefinden wird das Fell stumpf und evt.
struppig. Infolge der Abmagerung und Austrocknung stellen
sich die Haare auf, oder fallen aus.
Leber, Milz und Knochenmark
In diesen Organen werden rote Blutkörperchen abgebaut und auch
neugebildet. Bei einer Urämie werden immer weniger rote Blutkörperchen
neugebildet. Das Resultat ist eine Anämie. Blasse Schleimhäute
und aufgehellte Fußballen sind typisch hierfür. Eine weitere
Aufgabe der Leber ist auch die Entgiftung. Während einer Urämie
ist diese Leistung stark reduziert, wodurch eine weitere Verschlimmerung
des Krankheitsgeschehens entsteht.
Die Augen
Die Augen werden trübe. Sie erscheinen eingesunken,
da der Körper das Fett hinter den Augäpfeln verbraucht hat.
In ernsten Fällen können sich die Augen durch die Hirnschädigung
ruckartig hin und her bewegen (Nystagmus), oder die Pupillen unterschiedliche
Weiten aufweisen.
Die Mundhöhle
Durch die allgemeine Austrocknung, bekommt die Katze einen trockenen
Mund. Da nicht mehr ausreichend Speichel produziert wird und damit
deren Schutzwirkung auf die Mundschleimhaut verloren gegangen ist,
steigt die Gefahr von Entzündungen im Maulbereich. Übler
Mundgeruch (foetor ex ore) ist
eine häufige Folge der Urämie. In fortgeschrittenen Fällen
kommt es zu Schluckbeschwerden;
die Katze hört auf zu fressen.
Auch die fortwährende Übelkeit ist hiermit Schuld daran.
Die Körpertemperatur
In weiterer Folge ist die Katze nicht mehr imstande ihre Körpertemperatur
(38,3 39,3)
zu halten. Das Ausmaß der Untertemperatur
ist ein wesentliches Kriterium für die weitere Prognose.
Das Verhalten
Außer den bereits erwähnten Symptomen, wie vermehrtes Trinken,
Erbrechen, Appetitlosigkeit, Austrocknung, usw., benimmt sich die
ältere kranke Katze auch anders. Anfänglich legen sich die
Tiere noch gerne an warmen Plätzen. Mit fortschreitender Erkrankung
wechseln sie eher zu kalten Orten. Aus der anhänglichen Katze
wird ein Tier welches sich nur mehr absondert und schlussendlich versucht
weg zu laufen um auf das Ende zu warten. |
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Was
können wir tun?
Die Absicht dieses Artikels ist, die Möglichkeiten aufzuzeigen
wie man ein Katzenleben maßgeblich verlängern kann
und auch die Lebensqualität im Alter verbessern kann.
Die Diagnose
Die wichtigsten Hinweise auf eine urämischen Erkrankung
bekommen wir Tierärzte meistens schon von der Vorgeschichte,
welche uns der Katzenbesitzer schildert.
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Eine Harnuntersuchung
ist wichtig. Falls dies nicht möglich ist, oder auch zusätzlich,
ist eine Blutuntersuchung angezeigt. Es gibt bestimmte Werte, wie
Kreatinin, Blutharnstoff und Phosphor, welche entscheidende Hinweise
liefern.
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Die
Behandlung
Das wichtigste Ziel der Behandlung ist dafür Sorge zu tragen,
dass so viele giftige Stoffwechselprodukte wie möglich aus dem
Blut entfernt werden. Eine Nierendiät ist hier angezeigt. Diese
Diät beinhaltet weniger Eiweiß. Das enthaltene Eiweiß
hat aber eine höhere Qualität. Daher werden bei der Verdauung
keine oder weniger Abfallprodukte gebildet; die Nieren werden nicht
so stark belastet. Die Katze bekommt aber dennoch alle benötigte
Nährstoffe. Nierendiäte gibt es von verschiedenen Herstellern,
sowohl als Trocken- oder auch Feuchtfutter.
Wenn eine Austrocknung des Körpers vorliegt, ist eine Infusion
und die Verabreichung von Medikamenten angezeigt. Dies sollte einige
Male hintereinander erfolgen.
Die Aussichten
Die Zahl und Dauer der Behandlungen hängen ab vom Ausmaß
der Urämie. Eine Wiederherstellung der ursprünglichen Nierenleistung
ist unmöglich. Durch entsprechende Maßnahmen, worunter
auch der Einsatz von Frischzellen fällt, kann das Katzenleben
doch verlängert werden. Wichtig hierbei ist auch das die Katze
wieder eine ordentliche Lebensqualität
genießen kann. |
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Was
können Sie selbst tun?
Die ersten Anzeichen des Alterns bei Ihrer Katze sind sicher
schwer zu erkennen. Wenn man mit ihr zusammen lebt, fällt
es nicht immer gleich auf, wenn das Fell etwas stumpfer wird,
oder sie etwas mehr trinkt. Einmal Erbrechen kommt auch manchmal
vor.
Ein Nachlassen der Nierenleistung kann schon ab einem Alter
von 6 Jahren auftreten. Wenn die Katze älter als 10 Jahre
wird, sollte man doch ab und zu das Gewicht kontrollieren, das
Trinkverhalten beobachten und das Temperament beurteilen. |
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Die Hautelastizität
lässt sich leicht überprüfen, indem Sie eine Hautfalte
zwischen 2 Fingern nehmen, etwas hochziehen und sie wieder loslassen.
Sie sollte sich sofort verstreichen. Tut sie das nicht, haben sie
einen Hinweis das Ihre Katze schon etwas austrocknet. Eine Anämie
(Blutarmut) kann man an der Nase, den Zehenballen und an den Mund-
und Augenschleimhäuten feststellen. Sie sollten alle schön
rosarot sein. Sind die Augen klar und liegen sie nicht tief drinnen?
Stinkt die Katze nicht aus dem Maul und frisst sie regelmäßig?
Wenn sich die Symptome häufen, sollte man nicht länger warten.
Gehen Sie zum Tierarzt!
Wenn frühzeitig geholfen wird, ist die Aussicht auf eine weiteres
langes Leben wesentlich größer.
Zum Schluss!
Wir sprachen bis jetzt über das normale Altern der Katze, vor
allem in Hinsicht auf ihre Nierenleistung.
Umgekehrt muss es aber nicht so sein, dass diese Erscheinungen unbedingt
die Folge des Alterns sein müssen!
Vermehrter Durst kann aber zum Beispiel auch ein Hinweis auf eine
Gebärmutterentzündung, Zuckerkrankheit oder eine Lebererkrankung
sein. Abmagerung oder Erbrechen kann durchaus auch andere Ursachen
haben. Kotverstopfung oder Durchfall kann auch bei andere Erkrankungen
wie Leukose oder FIP vorkommen.
Eine Urämie oder Nachlassen der Nierenleistung muss nicht immer
im späteren Alter vorkommen. Eine Nierenentzündung oder
eine verlegte Harnröhre kann ebenfalls Ursache sein. Manchmal
liegt die Ursache bei einem anderen Organ, zum Beispiel eine erkrankte
Leber, wodurch die Niere sekundär erfasst wird.
Daher ist eine rechtzeitige gründliche Untersuchung
durch Ihren Tierarzt unbedingt erforderlich !
Dr. Wolfgang Schramel
Jänner 2002 |
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