Visceraler Botulismus: Ein neues Krankheitsbild bei
Rind und Pferd?
Botulismus: Bei diesem Leiden handelt es sich um eine Intoxikationskrankheit, die bis dato unter dem Bild einer Lähmung der Skelettmuskulatur verläuft und zumeist tödlichen Ausgang nimmt. Verursacht wird die Erkrankung von dem im Erdboden vorkommenden Bacillus Clostridium botulinum.

Veterinärmediziner der Universität Göttingen und vom deutschen Rindergesundheitsdienst berichten über eine bisher in Mitteleuropa unbekannte Rinderkrankheit. Die Symptome sind Verdauungsstörungen (Verstopfung wechselnd mit Durchfall), eine nicht infektiöse chronische Rehe (Laminitis), gestaute Venen, Abmagerung und Abgeschlagenheit. Die meisten Krankheitsfälle werden um den Geburtstermin beobachtet und enden oft mit dem plötzlichen Tod der Tiere.

Auch beim Pferd konnte man in letzter Zeit solche Krankheitsbilder vermehrt beobachten.
Vor allem der vermehrte Einsatz von Silage in der Pferdefütterung in den letzten Jahren, wäre eine Erklärung hierfür.
Da es sich hier vor allem um sporenbildende Bodenkeime handelt, wäre die nicht einwandfrei hergestellte Silage sicher eine Hauptinfektionsquelle.

Gezielte Untersuchungen auf das Bakterium Clostridium botulinium, seine Sporen und sein Gift, belegen das Vorkommen von freiem Botulinum-Toxin im Darm der Tiere. Die untersuchenden Anstalten sehen die Hypothese bestätigt, dass die dauerhafte Aufnahme von kleinen Mengen des Botulinum-Toxins die `neurologische Kontrolle der Verdauungsphysiologie`stört und so dieses Krankheitsbild produziert. Die Veterinärmediziner schlagen vor, hierfür den Begriff `Visceraler Botulismus`zu verwenden.

Quelle: AHO-Aktuell
Dr. Wolfgang Schramel