Subklinische Mastitis: Gravierender Einfluß auf die Fruchtbarkeit!
Mastitis (Euterentzündung) zählt zu den häufigsten Erkrankungen von Milchkühen. Verschiedene Bakterien sind in der Lage, in die Milchdrüsen einzudringen und die Entzündungsreaktion auszulösen. Im klinischen Fall ist sie an Rötung, Schwellung, erhöhter Temperatur in den betroffenen Vierteln oder Fieber erkennbar.
Im subklinischen Fall hingegen verläuft die Entzündung unbemerkt. Viele Studien bezüglich der subklinischen Mastitis wurden international betrieben. Über mehr als 10 Jahren erfolgte der Beobachtungszeitraum. Allen Studien gemeinsam ist u.a die gravierende Auswirkung auf die Fruchtbarkeit.
Auch bei unveränderter Milchleistung dauerte es jeweils länger bis zur ersten Besamung und auch länger bis zur erfolgreichen Besamung. Sie benötigten somit mehr Besamungen bis zur Trächtigkeit. Kühe, die zuerst an subklinischer Entzündung litten, welche später einen klinischen Verlauf nahm, wiesen die schlechtesten Reproduktionsparameter auf.
Zusammenfassend zeigen die diversen Studien, dass subklinische Mastitis die Fruchtbarkeitsleistung in vergleichbarer Weise beeinträchtigt wie klinische Mastitis.

Weitere Folgen des Nichtbeachtens der subklinischen Mastitis:
Stark erhöhte Zellzahlen.
Stark erhöhte Keimzahlen.
Länger dauernder Einsatz von Eutermedikamente.
Verlängerte Wartezeiten.
Erhöhter finanzieller Aufwand.
 
Die Ergebnisse verdeutlichen, welch gravierende wirtschaftliche Einbussen Mastitis verursachen kann und wie wichtig es ist, der Eutergesundheit besondere Beobachtung zu schenken!

Quelle: AHO-aktuell (06.01.2001)
Dr. Wolfgang Schramel